Die Achillessehne
Achillodynie ist die Bezeichnung für Beschwerden im Achillessehnenbereich. Studien zeigen, dass zwischen 15 und
25 % aller Läufer unter akuten Beschwerden der Achillessehne leiden. Der Marathonläufer zählt hier mit 80 %
zu den anfälligsten Sportlern, die bisher schon eine Achillessehnenentzündung hatten.
Wie kommt es zur Reizung der Achillessehne?
Fußfehlstellungen
An erster Stelle steht als Ursache für die Reizung der AS eine Fehlstellung beim Abrollen des Fußes im
unteren Sprunggelenk, der Pronation. Hierbei kommt es in der Stützphase durch Einsinken des Mittelfußes
nach innen zu einer asymmetrischen Verwringung und dadurch zu einer ungleichen Belastung der AS. In der
Abdruckphase wird der Fuß reflektorisch nach außen abgekippt, Supination, und belastet damit die AS wiederum
umgekehrt vermehrt. Weitere Fußfehlstellungen, wie der Hohlfuß belasten auch die AS so, dass Entzündungen
des Gleitgewebe entstehen können.
Muskuläre Ursachen
Oft ist auch eine Dysbalance der Muskulatur am Unterschenkel als Ursache zu sehen. Wenn die Schienbeinmuskeln
zu schwach sind und die Wadenmuskeln zu stark, dann wird die AS fehlbelastet und gereizt. Auch eine
Verkürzung des großen Hüftbeugers, M. iliopsoas, bewirkt beim Vorführen des Beckens und Beugen in der Hüfte
eine vermehrte Verdrehung des Vorfußes, was wiederum zu einer asymmetrischen Belastung der AS führt. Eine
verkürzte Wadenmuskulatur erhöht den Zug auf die AS und kann sie damit auch vermehrt reizen. Natürlich
sind auch Trainingsinhalte, Quantität und Qualität, zu schnelles Steigern des Trainings, Laufen auf harten
Untergrund, Laufen mit Spikes auf der Bahn Ursachen für Beschwerden an der AS.
Pathologie
Bei längerer Fehlbelastung entzündet sich das Gleitgewebe, das die AS umgibt und mit Nährstoffen von außen
versorgt, derartig, dass es vernarben und verkleben kann. Wenn dies passiert, spricht man von einer
chronischen Entzündung. Die Ernährung der AS ist dann nicht mehr 100% gewährleistet, so dass sich das
Sehnenmaterial verändert und langsam von innen nach außen abstirbt. Der Mediziner spricht dann von einer
Nekrose der Achillessehne. Es kann zu Teilrissen führen oder im schlimmsten Fall kann die Sehne ganz
durchreißen.
Therapie
Ganz wichtig ist es, von der ersten Minute an, nach Auftreten der Schmerzen, konsequent die Beschwerden zu
therapieren. Ist der Prozess erst einmal chronisch, schlägt man sich Wochen– bis monatelang mit einer kaputten
Achillessehne herum.
Bei akut auftretenden Schmerzen helfen am besten sofortige Kälteanwendungen, die schnell den Entzündungsschmerz
eindämmen. Wichtig ist auch das Aufdehnen der großen Wadenmuskulatur und der tiefen Fußflexoren. Histologische
Untersuchungen haben gezeigt, dass sich durch intensive Dehnübungen, das Sehnenmaterial schneller regeneriert.
Zusätzlich kann man auch eine entzündungshemmende Tablette, wie z.B. Diclofenac, einnehmen. Entzympräperate,
wie Wob-, Phlogenzym oder Bromelain unterstützen die Regeneration des Entzündungsprozesses. Fehlstellungen im
Sprunggelenk sollten unbedingt mit orthopädisch angefertigten Einlagen beglichen werden. Hilfreich ist dabei
eine Gang– und Laufanalyse, z.B. in einem Laufgeschäft oder bei einem Orthopädietechniker.
Mit einer kurzfristigen Absatzerhöhung, die unter die Einlage gelegt wird, wird die Sehne entlastet. Diese
sollte man aber nicht länger als drei Wochen tragen, da sonst die Gefahr der Sehnenverkürzung besteht. Wenn
die Beschwerden länger als zwei Wochen andauern, sollte unbedingt ein Physiotherapeut aufgesucht werden, der
die Therapie unterstützt. Sollte der Therapeut nach vier Wochen keinen wesentlichen Erfolg haben, dann ist
auf jeden Fall eine Kernspintomographie mit Kontrastmittel der AS indiziert. Anhand der Aufnahmen kann der Arzt
sehen, ob nur das Gleitgewebe oder auch schon die Sehne geschädigt ist. Bei Beschwerden länger als 6 Monate
muss über eine Operation diskutiert werden. Hierbei wird dann das verdickte und vernarbte Gleitgewebe und Teile
der defekten Sehne entfernt.
Prophylaxe
Man sollte das Lauftraining nie zu schnell steigern und nicht zu viel auf hartem Untergrund laufen. Achtet beim
Kauf eurer Schuhe darauf, dass sie euren Fuß vernünftig führen und stützen. Dehnt euch regelmäßig nach dem
Laufen. Zusätzlich ist eine Kräftigung der Fußmuskulatur und Wadenmuskulatur sinnvoll. Hierfür ist Barfußlaufen
auf Rasen, mit den Zehen über den Teppich ziehen oder am Treppenabsatz mit den Zehen an die Kante stellen und
die Ferse nach oben und unten bewegen sehr zweckmäßig.
Quelle:Team Erdinger Alkoholfrei